Valco ist das freundlichste kleine böse Großunternehmen der Welt. Wir haben schon lange ganz offen zugegeben, dass unser Ziel letztlich darin besteht, unseren eigenen Todesstern zu bauen und die gesamte Menschheit zu unterwerfen. Das ist ein ehrliches und ambitioniertes Ziel, für das wir jeden Tag schuften.
Aber wenn ich mir den Audiomarkt im Jahr 2025 anschaue, bleibt mir der Witz langsam im Hals stecken. Uns ist klar geworden, dass wir absolute Amateure sind. Es ist nämlich verdammt schwer, ein gieriger und grausamer Welteroberer zu sein, wenn die Konkurrenz in genau dieser Rolle links und rechts an dir vorbeizieht.
Zu viel Geld auf dem Tisch
Der Kopfhörermarkt ist kein Kramladen. Wir reden hier global von locker über hundert Milliarden Euro Umsatz, und das wächst jedes Jahr immer schneller. Das ist ein riesiger Haufen Geld. Damit könnte man ein paar kleine Länder kaufen, den Mond besiedeln oder sogar die Hälfte der finnischen Staatsverschuldung abbezahlen.
Wenn so viel Geld auf dem Tisch liegt, wird das Spiel brutal. Wenn du dich umschaust, siehst du das wahre Gesicht des Marktes.
Erstens gibt es Apple. Die haben das geschafft, wovon wir nur träumen: ein perfekt geschlossenes Ökosystem gebaut und besitzen die Hälfte des gesamten Marktes. Wahrscheinlich hat Apple irgendwo schon seinen eigenen Todesstern.
Die Dimensionen sind komplett absurd. Wenn man Apples Kopfhörergeschäft als eigene Firma abspalten würde, hätte es denselben Umsatz wie ganz Nokia. Ein einziges Apple-Zubehörteil bewegt so viel Geld wie der größte Industriekonzern der finnischen Börsengeschichte. Die finnische "Welteroberung" wirkt dagegen wie schlechtes Sommertheater.
Wem gehört deine Stimme?
Wenn du kein Apple kaufst, denkst du vielleicht, du kaufst klassische westliche Qualität oder ein Stück Rockgeschichte. Wahrscheinlich liegst du aber falsch. Firmenübernahmen zeigen die bittere Wahrheit, wohin die Gewinne heute wirklich fließen.
Sogar schwedische Rock-Glaubwürdigkeit hatte am Ende einen Preisschild – exakt 1,15 Milliarden Dollar. Für diese Summe hat die chinesische Investmentfirma HongShan die Mehrheit an der Marshall Group gekauft.
Das gleiche Muster wiederholt sich überall.
Die deutsche Beyerdynamic wurde an den chinesischen Cosonic verkauft und Samsung hat so ziemlich alle anderen HiFi-Firmen von JBL bis Bowers & Wilkins geschluckt. Hinter den meisten anderen steckt dann entweder ein chinesischer Investor, ein japanischer Konzern oder ein amerikanischer Tech-Gigant wie HP.
Der kleinere Player Bose (Umsatz ca. 3,2 Mrd. Dollar) ist in dieser Runde eine erfrischende Ausnahme, denn dem Laden gehört ein Trust des toten Gründers und das MIT.
Brutales Oligopol und wir
Diese Lage stellt uns strategisch in ein seltsames und leicht peinliches Licht. Der Markt ist nicht fair verteilt, sondern ein brutales Oligopol. In Wirklichkeit saugen ein paar Riesen etwa 98 Milliarden Dollar aus dem Markt. Die übrig gebliebenen Krümel werden von tausend kleinen Playern aufgeleckt, die versuchen, zwischen den Beinen der Giganten zu überleben.
Wir sind einer dieser tausend Krümel.
Wir sind der einzige Idiot, der plant, eine eigene Kopfhörerfabrik in Puolanka zu gründen. Während andere sich nach China verkaufen oder als "Nebenbusiness" größer als Nokia sind, wirkt unser Plan, in Finnland Kopfhörer zu basteln, schon ein bisschen schräg.
Das führt zwangsläufig zu einer kleinen Identitätskrise. Wir versuchen, das böse Großunternehmen zu spielen, aber am Ende sieht das Ganze verdächtig nach ehrlichem Unternehmertum aus.
Neue Strategie: Dual-Use-Technologie
In einer Notfallsitzung des Vorstands haben wir festgestellt, dass es in dieser Situation nur eine logische Option gibt. Wir müssen eskalieren. Da wir die Konkurrenz weder mit Geld noch mit Bosheit schlagen können, müssen wir den ursprünglichen Plan beschleunigen.
Die Lösung kam schließlich aus einer unerwarteten Richtung.
Als wir bei den Behörden nach Finanzierungsmöglichkeiten für die Fabrik in Puolanka gefragt haben, erfuhren wir, dass man in der aktuellen Weltlage besser auf sogenannte Dual-Use-Technologie setzen sollte. Dafür gibt’s angeblich jetzt richtig gute EU-Förderungen.
Das passt uns perfekt.
Der Bau eines Todessterns dauert ohne externe Finanzierung zu lange, aber wenn wir das Ding als "Dual-Use-Projekt" deklarieren, zahlt die EU mit Gemeinschaftsschulden einen Teil der Zerstörungskraft.
Wir werden also weiterhin hochwertige, reparierbare und preis-leistungs-mäßig hervorragende Kopfhörer bauen, weil wir den Eigenanteil für dieses von den Behörden empfohlene Wunderwaffe-Programm brauchen.
Dieser Plan gibt uns auch Hoffnung.
Wenn wir mit dieser kleinen Truppe Kopfhörer bauen können, die absolut konkurrenzfähig und meistens sogar besser sind als die Produkte der Imperien mit endlosem Budget, sind wir dem Ziel nicht mehr weit entfernt.
Wir müssen gar nicht mehr viel wachsen, um auch so eine Dual-Use-Technologie zu bauen, mit der man die Welt erobert.
Die einzige Möglichkeit, den globalen Riesen eins auszuwischen, ist, die gesamte Menschheit mit futuristischer Dual-Use-Technologie zu unterwerfen. Das ist eine harte Nummer, aber die Marktlage und die EU-Förderpolitik lassen uns keine Wahl.



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VMK25.2 ist ein Update, das niemand verlangt hat, aber jeder braucht.