Henri Heikkinen

Wir haben gefragt und 2305 von euch haben geantwortet. Danke.

Die Kurzversion: 96,6 % unserer Kunden sind mit Valco zufrieden. Der Durchschnitt in der Zufriedenheitsumfrage lag bei über 9, also komplett im Wald stehen wir nicht. Zu unserem Bedauern war die Zufriedenheit aber gegenüber den früheren nordkoreanischen 9,35er-Werten gesunken, also ging es in die falsche Richtung. Andererseits ist auch das Publikum gewachsen: Kunden haben wir jetzt über 100.000.

Wir könnten trotzdem den ganzen Text darüber schreiben, wie gut der Laden läuft. Das wäre langweilig und gelogen.

In diesem Text konzentrieren wir uns stattdessen auf zwei Dinge: auf die 3,4 %, die nicht zufrieden waren, und darauf, was ihr als Nächstes von uns wollt. Beides sagt mehr aus als Lob.

Wer ihr seid

Unter den Umfrageteilnehmern und natürlich auch in Valcos Kundschaft ist die große Mehrheit weiterhin aus Finnland. Deutschland ist mit fast einem Fünftel Anteil ganz klar der wichtigste Exportmarkt. Schweden macht besorgniserregend nur ein paar Prozent der Antworten aus, obwohl wir in Schweden expandieren und dort auch Kunden haben. Konnten wahrscheinlich nicht auf Englisch antworten. Alle anderen zusammen machen dann ein paar Prozent aus, gleichmäßig über die Welt verteilt.

Interessanter ist aber, was für Leute unsere Kunden eigentlich sind. Unterm Strich sieht es so aus, als sähen auch die Kunden unseren Unternehmern ähnlich. Also originelle, einzigartige und durch und durch großartige Individuen.

Oder genauer gesagt: Männer mittleren Alters. Während alle anderen auf Instagram offenbar selfieknipsendes Jungvolk jagen, sind unsere Kunden eher die reifere Sorte. Das ist nicht absichtlich so, aber ganz ehrlich: Unser Humor spricht die Jugend vermutlich nicht an, deren Witze auf dem Niveau von "SIX SEVEN HÖHÖHÖHÖ" oder irgendeinem anderen komplett inhaltslosen Zeug liegen.

Das kommt halt dabei raus, wenn Kinder mit Handy und iPad großgezogen werden. Das Gehirn ist weggeschmolzen.

Die Kundschaft ist also stark auf Menschen mittleren Alters konzentriert. Die 50- bis 70-Jährigen (38,4 %) und die 40- bis 50-Jährigen (34,0 %) machen zusammen 72,4 % der Antworten aus. Die 30- bis 40-Jährigen liegen bei 20,6 % und die unter 30-Jährigen bei nur 6,1 %. Eine hippe Jugendmarke kriegt man daraus nicht mal mit kreativem Missbrauch der Fantasie.

Was gut ist, denn die Jungen haben sowieso kein Geld. Unsere eigenen Kinder wollen ja auch ständig nur Geld.

Der Männeranteil in der Umfrage war weiterhin überbetont (79,3 %). Eine Männermarke soll das nicht sein. Uns ist das Geld aller Geschlechter recht, und zum Glück zeigen die echten Kundenstatistiken, dass wir nicht nur meiner eigenen Frau bei Frauen mittleren Alters gefallen.

Die Verteilung der Wohnorte unserer Kunden entspricht ziemlich gut dem, wo Finnen tatsächlich wohnen. Die Deutschen haben die Statistik natürlich vielleicht etwas verzerrt, aber aus dem Großraum Helsinki kommen 23,9 % der Kunden, aus regionalen Zentren 29,2 %, aus Kleinstädten 29,8 % und aus dünn besiedelten Gebieten 17,0 %. Die größte statistische Abweichung gibt es in den dünn besiedelten Gebieten (finnischer Durchschnitt 13-14 %). Da sticht wahrscheinlich Puolanka hervor, wo jeder Zweite Valco-Kopfhörer hat. 

Valco ist also ziemlich stark ein Kopfhörer fürs ganze Volk und nichts für irgendeine spezielle Blase. Das bestätigt auch die Statistik aus dem Onlineshop.

Sprachlich dominierte Englisch die Antworten mit 67,5 %, obwohl 77,7 % der Antwortenden aus Finnland kamen. Ein Teil der Finnen hat also lieber auf Englisch geantwortet. Der Anteil der deutschen Sprache (7,2 %) war kleiner als der Anteil der deutschen Antwortenden (15,8 %), also haben auch einige Deutsche lieber auf Englisch geantwortet. Alle wollen international sein außer uns, oder die Nutzer waren einfach zu blöd, um die Standardsprache über den großen Button in Flaggenform zu wechseln.

Was am meisten ankotzt

Qualitätsprobleme sind eigentlich unser einziges Problem, zumindest wenn man auf die Umfrage schaut. Mengenmäßig betrifft das nicht viele Kunden, aber schon ein einziger Unzufriedener ist zu viel. Deshalb haben wir bereits Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung ergriffen und tun das laufend weiter.

Die meisten Schwierigkeiten gab es beim Verschleiß der Ohrpolster. Deshalb haben wir knallhart den Zulieferer für die Ohrpolster ausgetauscht und bringen unseren Kunden auch Alternativen aus verschiedenen Materialien. Gerade jetzt haben wir ein neues Materialmodell im Haltbarkeits- und Verschleißtest.

Wir haben außerdem zwei externe Qualitätsberater engagiert, einen aus Deutschland und einen aus Finnland. Beide sind vor Ort in China. Der Deutsche ist ein Plastiknazi, dank dem zum Beispiel die Bügel schon deutlich besser halten als noch vor einem Jahr. Der Finne wiederum macht seit 20 Jahren vor Ort Qualitätskontrolle und kann auf Chinesisch rumstänkern, was wir nicht können.

Außerdem haben wir eine eigene Update-App gebaut, die bald verfügbar sein wird. Darüber lassen sich Updates auf die Kopfhörer laden, mit denen Bugs behoben und neue Funktionen hinzugefügt werden.

Die endgültige Lösung für Qualitätsprobleme ist Produktion in Finnland, aber dafür muss erst genug vom aktuellen Sortiment verkauft werden, damit wir Geld zum Investieren haben. Anders gesagt: Kauft jetzt, dann werden die nächsten Kopfhörer unter einer vertrauteren Postleitzahl zusammengeschraubt.

Die Reparierbarkeit der Kopfhörer wird laufend weiter verbessert. Bald kann man zum Beispiel den Akku selbst zu Hause wechseln. In jedes kommende Modell kommen Verbesserungen, damit die meisten Verschleißteile leicht selbst austauschbar sind. Das ist unser Ziel: Kopfhörer, die kein Wegwerfmist sind.

Welche Produkte ihr als Nächstes von uns wollt

Die Umfrage hat eine längere Wunschliste offengelegt, als wir erwartet hatten. Wenigstens müssen wir uns keine eigenen Ideen ausdenken, denn in euren Wünschen steckt genug Stoff mindestens für die nächste Legislaturperiode. Ein Wunsch war ein Dildo nach Raimos Maßen, aber leider haben wir keine ausreichend kleine Form gefunden.

Auf Basis der Spielereidaten interessieren am meisten Noise Cancelling Kopfhörer, ANC-In-Ears und Home-HiFi. Bei den einzelnen Wünschen landeten ganz vorn:

  • Sportkopfhörer. Ganz klar die größte Lücke im Sortiment. In-Ears, die beim Laufen, Radfahren und Training in den Ohren bleiben. Ein Teilnehmer wünschte sich "aerodynamische, im Windkanal getestete Ohrstöpsel, die das Windrauschen beim Radfahren so gut dämpfen, dass man im Anruf die Argumente der Gegenseite hört". Das ist ein präziseres Briefing als das, was man von den meisten Produktmanagern bekommt.
  • Desktop-Lautsprecher und Hi-Fi-Komponenten. Vernünftige Lautsprecher für den Schreibtisch und Teile für eine Stereoanlage. In der Lautsprecherkategorie zeigte der Konfigurator in der Umfrage die höchsten Zufriedenheitswerte der ganzen Umfrage.
  • Für den professionellen Einsatz gedachte ANC-Kopfhörer. Für den Atomkrieg gebaute und für die Arbeit gedachte Kopfhörer, bei denen ANC für härteren Einsatz gemacht ist als für ein Teams-Meeting. Ein Teil der Antwortenden bat direkt um einen Ersatz für Peltor.
  • Kleinere In-Ears. NL25 passt nicht allen, und besonders Leute mit kleineren Ohren mussten enttäuscht sein.
  • Kabelgebundene Gaming-Kopfhörer. Kabelkopfhörer zum Zocken und für den Studioeinsatz, am liebsten mit einem ordentlichen Mikrofon. Das fanden wir ein bisschen seltsam, denn wenn man irgendein kabelgebundenes Mikro-Dings an irgendeinen unserer Kopfhörer hängt, werden daraus kabelgebundene Gaming-Kopfhörer mit Noise Cancelling. Viel besser könnte es für den Einsatzzweck kaum werden.
  • Knochenleitungs-Kopfhörer. Offene oder per Knochenleitung arbeitende Kopfhörer, mit denen man die Umgebung hört. Klarer Einsatzzweck für Sport und fürs Unterwegssein in der Stadt.

Wir haben alle besten Ideen geklaut. Zu unserer Freude waren die meisten der meistgewünschten Produkte solche, an denen wir sowieso schon arbeiten. Darüber erzählen wir mehr, wenn die Veröffentlichung näher rückt.

Woher wir wissen, dass das funktioniert

Wissen wir noch nicht. Aber wir messen es. Die nächste Kundenumfrage kommt nächstes Jahr, und darin müssen mehr als 96,6 % zufriedene Antworten drin sein, sonst sind wir ziemlich enttäuscht.

Nochmals danke an jeden einzelnen der 2305 Antwortenden. Besonders an alle, die sich die Mühe gemacht haben, ihre Antwort auszuschreiben und ihre Meinung zu begründen. Ohne euch wüssten wir nicht, was wir als Nächstes tun sollen.